Während der Entstehung des "Borgo Giuseppino" dachte man 1796 an eine Ausdehnung der Stadt in östlicher Direktion. Dieses neue Viertel, das sich zwischen dem Aquädukt und der Coroneo-Strasse entwickelte, hatte den Namen von Franz I, dem damaligen Kaiser. Das Gebiet war voll von Gärten und Alleen, sieh z.B. die öffentliche Grünanlage (Giardino Pubblico), die noch heute eine der wenigen grünen Lungen der Stadt ist.
Hier konnte man Sonntagnachmittagsspaziergänge machen. Die erste Etappe dieser Spaziergänge war der Maria Theresia-Aquädukt, der heutige Viale XX Settembre; von hier konnte man bis zum Farneto-Wäldchen gehen. Das Wäldchen erstreckt sich auf einem kleinen Hügel und war in vorigem Jahrhundert Ziel von Sommerausflügen. Es war vom Kaiser Ferdinando der Stadt zum öffentlichen Gebrauch geschenkt worden. Um dem Kaiser dafür zu danken, wurde der Palazzo del Ferdinandeo nach seinem Namen benannt.
Der Viale XX Settembre ist heute Treffpunkt für die Jugend geworden. Hier sind viele Cafés und Eisdielen, wo die Leute im Sommer bequem sitzen. In dieser Allee ist auch das Politeama Rossetti, das heute der Sitz des Schauspielhauses von Friaul Julischem Venetien ist. Hier werden Prosawerke und Konzerte aufgeführt.
 
Die Jüdische Gemeinde war seit Anfang des 13. Jahrhunderts in Triest, sie lebte in einem Getto zwischen der Piazza Vecchia und der Portizza. Nach dem Edikt Maria Theresias über die Religionsfreiheit durften sich die Juden endlich zu ihrem Glauben öffentlich bekennen.
Die Israelitische Gemeinde bekam im Jahr 1796 die Erlaubnis nach einer Verordnung Kaiser Josefs I, ein Gebäude in der Nähe der Piazza Vecchia in der Altstadt zu bauen. Die große Synagoge wurde im Jahr 1797 gebaut und dann 1912 durch die neue Synagoge in der Via San Francesco ersetzt.
Dieses Gebäude ist ein Wiederaufleben von Formen in syrischem Stil. Die Architektur des Tempels hat tatsächlich ihre Vorbilder in Syrien, dem Ursprungsgebiet des Jüdischen Volkes. Charakteristisch sind die Verzierungen, die das Gotteshaus außen und innen schmücken. Bemerkenswert sind vor allem die Rosetten, die sich aus dem Davidstern entwickeln. Dieser Kultbau, der nach einem Entwurf von R. und A. Berlarm gebaut wurde, ist eine der wichtigsten und eindrucksvollsten Synagogen in Europa.-