Der Borgo Teresiano

Borgo Teresiano

Der "Borgo Teresiano" erstreckt sich zwischen der Ghega-Straße und dem Corso Italia auf einer Seite und zwischen dem Meer und der Carducci-Straße auf der anderen Seite. Dieses Stadtviertel hat eine netzförmige Struktur und besteht aus linear verlaufenden Straßen, die im Rechteck aufeinandertreffen und sich auf rechtwinklige Plätze öffnen. Der Borgo ist das erste Beispiel einer modernen städtebaulichen Planung. Das Stadtviertel wurde nach den Wünschen des Österreichischen Kaiser Karls VI nach der Verkündung des Freihafens Triest gegründet (1719). Maria Theresia, die Tochter von Karl VI, erfüllte einen Teil des Planes, sie ließ tatsächlich einen langen beschiffbaren Kanal, den Canal Grande, graben. Der Name Borgo Teresiano kommt gerade vom Namen Maria Theresia ab.

Der Canal Grande wurde gebaut, damit die Schiffe mitten in die Stadt einfahren und die Ware ausladen können. Am Kanal und auch im übrigen Teil des Borgo wurden viele Häuser für die Kaufleute gebaut. Diese Gebäude wurden nach der Formel "Haus und Laden" gebaut, das heißt im Erdgeschloß waren die Lagerhallen, im ersten Stock waren die Wohnungen und im zweiten Stock waren die Kontorräume.


Die Evangelische Kirche

Die Evangelische Kirche

 Dank einem Edikt Maria Theresias über die Religionsfreiheit durften sich endlich viele religiöse Gemeinden zu ihrem Glauben öffentlich bekennen und ihre Kultstätten bauen. Unter diesen auch die lutherische Gemeinde, die sehr groß war.

Die Evangelische Augustiner Kirche wurde von C.G.C. Zimmermann im Jahr 1870 entworfen. Die Kirche wurde auf Wunsch der lutherischen Gemeinde Augsburgischer Konfession erbaut, die vorher die Rosenkranz Kirche gehabt hatte. Die neue evangelische Kirche entstand dort, wo einmal der Schiffbau Panfili und das alte Zollamt waren. Sie hebt sich durch ihre neogotischen Linien und die mehrfachen Turmspitzen hervor und ist die einzige Kirche in Triest, die in einem nordischen Stil errichtet wurde. Im Inneren sind zwei Beerdigungsmonumente, die unter dem Einfluß von Canova stehen.

 

 


Kirche St Nikolaus

St Nikolaus Kirche

Maria Theresia führte die Stadt Triest zu einer religiösen Tolleranz. Viele Kirchen wurden von den verschiedenen Gemeinden gebaut, dank der Abschaffung der Einschränkungen der Religionsfreiheit, aber auch dank der Konzession von Geld und Gebieten. Die Kirchen waren in stark architektonischem Kontrast mit ihrer Umgebung, weil sie den Charakter der Ursprungsländer hatten.

Die orthodoxe Gemeinde hatte ihre Kirche auf der rechten Uferseite des Canal Grande. Bald kam es aber zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Griechen und Serben, sodaß die Griechen sich von den Serben trennten und die Kirche am Canal Grande verließen. Sie bauten eine neue, nicht weit entfernte Kirche am Meer, die sie den Hl Nikolaus benannten. Die Ost - Griechische Kirche Hl. Nikolaus hat eine neoklassizistische Fassade. Die Kirche wurde St. Nikolaus eingeweiht, weil er in der Ostwelt sehr verehrt wurde und auch der Schutzheilige der Seeleute ist.


Kirche San Spiridione

Kirche San Spiridione

Im Borgo Teresiano gibt es nicht weit entfernt von der Kirche S.Antonio Nuovo die serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridione, die in neubizantinischem Stil erbaut wurde. Diese Kirche wurde zwischen 1861-1869 an der Stelle eines kleinen zerfallenen Gotteshauses erbaut. Die alte Kirche hatte in der Vergangenheit den beiden orthodoxen Gemeinden,der griechischen und der serbischen, angehört. Im Jahre 1782 gab es eine Spaltung der beiden Gemeinden und die serbisch-orthodoxe Gemeinde blieb in dieser alten Kirche. Aber im Laufe der Zeit wuchs die serbisch-orthodoxe Gemeinde stetig an, weil es in Triest viele Möglicheiten gab, gute Geschäfte abzuschließen.

Die alte Kirche reichte nicht mehr aus und so wurde eine neue Kirche nach dem Entwurf von Maciacchini gebaut. Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz. Der Bau ist mit Kuppen geschmückt und ist innen wie außen sehr reich vergoldet. Die prunkvolle Ausstattung der Kirche erinnert an die großen Kirchen in Moskau.